


Aromatherapie
Der Gebrauch von aromatisch duftenden Pflanzenstoffen zu Heilzwecken ist eigentlich schon sehr alt. So wurden in fast allen Kulturen des Altertums (Hebräer, Assyrer, Chinesen) Räucherungen mit getrockneten Pflanzen, Harzen, Gräsern, Rinden und Früchten zur Behandlung von Krankheiten durchgeführt. Ebenso wurden wohlriechende Salben aus zerstampften Blüten zu kosmetischen Zwecken und zur Linderung diverser Beschwerden eingesetzt.
Schon im alten Ägypten war die Destillation von Terpentin, Zedern bekannt. Ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. wurde bei den Ägyptern dann auch das ätherische Öl von Blüten in fetten Ölen gelöst. Ägyptische Priester stellten Salben, Zäpfchen, Pulver und Räucherkerzen her und verwendeten ätherische Öle zur Einbalsamierung ihrer Toten.
Die Aromatherapie ist ein eigenständiger Bereich der Phytotherapie und basiert auf der Wirksamkeit ätherischer Öle, die sich am effektivsten entfalten, wenn man sie in ein mit Wasser gefülltes Schälchen gibt und die Flüssigkeit dann mit einer Flamme erwärmt wird.
Während in der Pflanzenheilkunde die ganze Pflanze genutzt wird, geht es in der Aromatherapie nur um ganz bestimmte, hochwirksame Pflanzensubstanzen, die ätherischen Öle, die zwar als Öle eingestuft werden, jedoch eine völlig andere Konsistenz besitzen als gewöhnliche Pflanzenöle wie z.B. Sonnenblumenöl, da sie hochgradig flüchtig sind. Sie kommen als winzige Öltröpfchen in oder auch auf dem Pflanzengewebe vor.
Ätherische Öle sind fettlöslich und werden problemlos von den Schleimhäuten absorbiert und gelangen so direkt in den Organismus von Mensch oder Tier. Über das Blut und die Lymphbahnen werden die Wirkstoffe dann zu den Organen transportiert.
Ätherische Öle haben ein weites Wirkungsspektrum, das von Erkältungsbeschwerden, Hautproblemen, Magen- und Darmproblemen bis hin zu Kopfschmerzen, Verbrennungen und schlecht heilenden Wunden reicht. Die antimikrobiellen Eigenschaften sind besonders hervorzuheben. In einigen Kliniken werden heute ätherische Öle sogar offiziell als ergänzende Therapie bei Krebspatienten mit Immunschwäche eingesetzt. Da sie antibakteriell wirken, setzt man sie bereits zusätzlich oder als Ersatz zu Antibiotika ein, wenn Keime gegen die Medikamente resistent sind.
Ätherische Öle wirken gleichsam auf Körper und Psyche und kommen damit dem Bedürfnis nach einer ganzheitlichen Therapie entgegen.
Ätherische Öle bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten wie Verdampfen, Einreiben und Massagen, Aromabäder, Inhalationen und Kompressen.
Gerade bei Pferden ist die Aromatherapie bereits bekannt, denn es werden ätherische Ölmischungen im Bereich der Insektenabwehr mit grossem Erfolg eingesetzt (Citronella, Lavendel etc.).
Auch Massageöle mit ätherischen Ölen wirken hervorragend im Bereich von Magen- und Darmerkrankungen und im Kolikbereich (Mischung aus Lavendel und anderen ätherischen Ölen zum Einreiben des betroffenen Bereiches).
Im Bereich von Hufproblemen (Strahlprobleme, Hufhornprobleme etc.) wird mittlerweile ebenfalls erfolgreich mit ätherischen Ölmischungen zu Leibe gerückt.
Auch bei Hautproblemen (Mauke, Sommerekzem) wurden gute Erfolge mit ätherischen Ölen als Lotions erzielt.
Im Gegensatz zu Bachblüten- und Edelsteintherapie ist allerdings zu beachten, dass es bestimmte Öle gibt, bei denen Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen sind und bei denen auch Anwendungsbeschränkungen bestehen, die unbedingt berücksichtigt werden müssen. So kann z.B. gerade das vielgelobte Teebaumöl für Katzen hochgradig giftig sein und einige Öle wirken stark hautreizend.
Man sollte auch den sehr feinen Geruchssinn der Tiere bedenken, so dass hier nur ganz geringe Konzentrationen der ätherischen Öle verwendet werden sollten.
Es ist daher ratsam, sich in die Hände eines erfahrenen Therapeuten zu begeben und nicht selbst herum zu experimentieren. Eine gute Alternative ist auch ein oder zwei Seminare zu besuchen, wo Sie vor Ort den Umgang mit ätherischen Ölen lernen.